Architektenwettbewerbe am Mainzer Zollhafen: Die Jury hat entschieden

Die Architektenwettbewerbe der Projekte Hafeninsel I sowie Marina A und B im Mainzer Zollhafen sind entschieden. Im Projekt Marina überzeugten die Siegerentwürfe von KSP Engel, Frankfurt Main (Marina A), sowie Rapp+Rapp, Amsterdam (Marina B). Der Siegerentwurf im Projekt Hafeninsel I stammt von zanderrotharchitekten, Berlin.

Die LBBW Immobilien-Gruppe hatte die Baufelder Hafeninsel I und Marina nach einem mehrstufigen Bieterprozess Ende des vergangenen Jahres erworben. Auf den Grundstücken in unmittelbarer Nähe des Yachthafens sind insgesamt rund 14.000 Quadratmeter BGF für Wohnen und Gewerbe sowie Gastronomie realisierbar. Im Mainzer Zollhafen entsteht aktuell ein Stadtquartier der Zukunft mit einer urbanen Mischung aus individuellen Stadthäusern, Eigentumswohnungen und modernen Büroimmobilien. 2.500 Einwohner und 4.000 neue Arbeitsplätze sollen hier angesiedelt werden. Ein vielseitiges Gastronomieangebot und einladende Shoppingmöglichkeiten werden das Angebot am Hafen abrunden.

Hafeninsel I und Marina A und B bilden dabei den Abschluss der Bebauung an den Grachten. Das Preisgericht zum Projekt Hafeninsel I tagte unter dem Vorsitz von Architekt Wolfgang Riehle, Stuttgart. Die einstimmige Entscheidung zugunsten des Entwurfs von zanderrotharchitekten, Berlin, begründete die Jury dabei mit der Bewertung als konzeptionell, typologisch und funktional besonders gelungenem Beitrag zum Wettbewerb. Der Entwurf ist als strukturell klassischer Wohnungsbau angelegt, in dem die Einheiten über vier Treppenräume als Vier- bis Fünf-Spänner erschlossen werden. Sehr positiv wurde herausgestellt, dass in diesem Entwurf alle Wohnungen Bezug zum Wasser haben. Das gewählte Erschließungskonzept führt zu einer großen Vielfalt gut nutzbarer Wohnungstypen mit einer hohen Flexibilität in der Grundrissgestaltung, z. B. durch deren Schaltbarkeit. Die Fassaden des Gebäudes wurden in ihrem grundsätzlichen Ausdruck und in ihrer Qualität von der Jury ebenfalls sehr positiv bewertet. Sie begrüßte die Verwendung einer lokal typischen Materialität, ebenso wie die Vorschläge für Fassadenbegrünungen in den Hofbereichen.

Zum Konkurrenzverfahren Marina A und B hatte die Fachjury ebenfalls in Mainz getagt. Das Büro KSP Engel, Frankfurt/Main, gewann mit seinem Entwurf für das Projekt Marina A. Die Jury überzeugte hierbei insbesondere die außergewöhnliche formale Gestaltung. Das Erdgeschoss weist allseitige Qualitäten zum öffentlichen Raum auf, in den Obergeschossen finden sich attraktive und hochwertige Wohnungen. Sehr begrüßt wurde die Bildung eines klaren Kontrasts zwischen Marina A und B.

Der siegreiche Entwurf im Projekt Marina B stammt von Rapp+Rapp, Amsterdam. Hier soll ein Bürogebäude mit Loftcharakter und einer klaren strukturellen Ordnung entstehen. Das Fassadenmaterial besteht über alle Geschosse hinweg aus hochwertigen Betonfertigteilen, die eine feine plastische Durcharbeitung erfahren. Das umlaufende strenge Fassadenraster mit dem angemessenen Anteil an Fensterflächen wird zum Baseler Platz hin durch den doppelgeschossig überhöhten Eingangsbereich des Gebäudes unterbrochen, der sich auch auf der nordwestlichen, der Hafeninsel I zugewandten Seite, ausprägt.