KE Report

Energiegemeinde Wiernsheim
Interview mit Herrn Bürgermeister Oehler

Heute die Weichen für 2040 stellen

Karlheinz Oehler ist seit 40 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Wiernsheim im Enzkreis. Sie besteht aus den vier Ortsteilen Wiernsheim, Iptingen, Pinache und Serres. Wir sprachen mit ihm über die Vorreiterrolle der Gemeinde in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, für die Wiernsheim vielfach ausgezeichnet wurde.

Herr Oehler, die Gemeinde Wiernsheim hat sich in den vergangenen 25 Jahren weit über die Region hinaus als Energiegemeinde profiliert. Wie kam es dazu?

Angefangen hat es 1994. Die Gemeinde nutzte die Chance, mit allen vier Ortsteilen an dem Forschungsprojekt „Schadstoffminderung im Städtebau“ des Bundesbauministeriums teilzunehmen – und zwar als einzige Landgemeinde Deutschlands. Bereits 1994 begann für den Ortsteil Pinache ein neues Zeitalter der Ortskernsanierung. Erstmals war die energetische Sanierung von Wohngebäuden, explizit mit dem Einsatz erneuerbarer Energieträger, erklärtes Ziel. Die Maßnahme war ein voller Erfolg und seither ist die Akzeptanz aller unserer Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz sehr hoch.


Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren, die zum Gelingen der Umsetzung so vieler vorbildlicher Einzelprojekte beigetragen haben?

Hier will ich an erster Stelle die Städtebauförderung in Baden-Württemberg und ihre Verantwortlichen nennen. Ohne diese namhaften Finanzhilfen über die vielen Jahre hätten selbst wir nur einen Bruchteil der Projekte umsetzen können. Dabei waren Sie, Herr Neuser, als unser Sanierungsberater der KE maßgeblich. Sie haben uns seit 1992 immer vorausschauend und kreativ den Weg für die richtigen Verfahren, Programme und die Förderung gewiesen und geebnet.

Nennen Sie uns noch weitere kommunale Pilotprojekte, die Sie umgesetzt haben, und vor allem, was planen Sie aktuell?

Der 2009 eröffnete Neubau des Kindergartens im Ortsteil Serres war zu diesem Zeitpunkt der bundesweit erste Plus-Energie-Kindergarten. Ein Gebäude, das dank Technik rechnerisch mehr Energie erzeugt, als es benötigt. In unserem 2011 eröffneten „Kaffeemühlenmuseum“ wird dank Brennstoffzellen-Technologie Strom und Wärme erzeugt. Die Anlage war die erste ihrer Art in einem öffentlichen Gebäude in der Region. Die Technologie des Solareisspeichers haben wir in unserem 2013 eröffneten „Bildungszentrum“ angewendet. Damit ist es möglich, überschüssige Wärme des Sommers zu speichern, um das Gebäude über den Winter zu heizen. Unser aktuellstes Projekt ist die energetisch orientierte Erneuerung der 1988 errichteten „Lindenhalle“ in Wiernsheim. Soll die Lindenhalle im Jahr 2040 klimaneutral betrieben werden, dann müssen wir jetzt und heute die Weichen dafür stellen.

*Das ausführliche Interview mit Karlheinz Oehler kann online nachgelesen werden - Link

Projektleiter

Norbert Neuser
Norbert Neuser
Dipl. Verw.wirt (FH), Projektleiter

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