Projektbeispiel

Eberhardzell - Bürgerbeteiligung zum GEK

Auf einen Blick

Kunde
Gemeinde Eberhardzell
Einwohner
rd. 4.500
Förderrahmen
Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (2012)
Zeitraum
2012

Maßnahme

Erarbeitung eines Gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts

Auftraggeber

Gemeinde Eberhardzell

Burgstraße 2

88436 Eberhardzell

Ansprechpartner Bürgermeister Guntram Grabherr

Tel.: 07355 9300 0

Leistungsumfang

Die Gemeinde Eberhardzell hat in den Jahren 1990 bis 2003 eine erste städtebauliche Erneuerungsmaßnahme im Rahmen des „Landessanierungsprogramms“ (LSP) durchgeführt. Schwerpunkt war hier die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses. Die Sanierung der zu dem wichtigen historischen Ensemble gehörenden Zehntscheuer und die Gestaltung des Innenhofs konnten wegen fehlender Mittel nicht durchgeführt werden. Diese Maßnahmen, zusammen mit der Beseitigung städtebaulicher Missstände im privaten und öffentlichen Bereich, sollen im Rahmen einer zweiten Sanierungsmaßnahme durchgeführt werden.

Aufgrund einer im August 2009 erarbeiteten Grobanalyse, die bauliche, funktionale und strukturelle Mängel dargestellt und die notwendigen Maßnahmen zur Behebung aufzeigt, wurde die Gemeinde im März 2012 mit dem Gebiet „Ortskern II“ in das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ (DSP) aufgenommen. Die KE berät und begleitet die Gemeinde bei der Durchführung dieser Erneuerungsmaßnahme.

Der Fördermittelgeber, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, hat als Voraussetzung für den Fortgang der Ortskernsanierung die Erstellung eines gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gefordert. Die Gemeinde hat daraufhin die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) mit der Erstellung eines gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts beauftragt.

Der Planungsprozess beinhaltete folgende Bausteine:

  • Ermittlung der Grundlagen und Bewertung der Ausgangslage

  • Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger

  • Gesamtörtliches Entwicklungskonzept

Besondere Bedeutung hat der Auftraggeber der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beigemessen. Es wurde daher ein Beteiligungsverfahren in drei Stufen gewählt. Den Auftakt des Beteiligungsprozesses bildete eine Informationsveranstaltung im Rahmen der Einwohnerversammlung. Dort wurden zunächst Grundlageninformationen zur Gemeindeentwicklung vorgestellt und das Beteiligungsverfahren erläutert. Anschließend hatten alle Anwesenden die Möglichkeit Fragen zum Projekt und zu den präsentierten Grundlageninformationen zu stellen.

Im zweiten Beteiligungsschritt wurden die Bürgerinnen und Bürger zu einem Bürgercafé eingeladen. In entspannten Atmosphäre haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Nachmittag mit wichtigen Fragen der Gemeindeentwicklung auseinandergesetzt und Ideen und Vorschläge für die zukünftige Entwicklung ihrer Gemeinde zusammengetragen. Dabei konnten unter anderem Schwerpunktthemen identifiziert werden, die aus sich der Bürgerschaft von besonderer Bedeutung für die Gemeindeentwicklung sind.

Zur tiefergehenden Behandlung der Schwerpunktthemen wurden in den vier Ortsteilen der Gemeinde ortsteilbezogene Bürgerwerkstätten durchgeführt. Die Schwerpunktthemen wurden dabei so gewählt, dass diese überwiegend im Rahmen der kommunalen Planungshoheit liegen und durch die Gemeinde eigenverantwortlich gestaltet und umgesetzt werden können. In den Bürgerwerkstätten wurden Entwicklungsziele formuliert und Überlegungen zu möglichen Maßnahmen getroffen.

Abschließend wurden die Ergebnisse in einem gesamtörtlichen Entwicklungskonzept dokumentiert, in Karten abgebildet und in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vorgestellt.

Mit dem Planungsprozess wurden in Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft Entwicklungsperspektiven sowie Ziele und Maßnahmen für die Gemeinde Eberhardzell erarbeitet und ein Handlungsleitfaden für die zukünftige Gemeindeentwicklung an die Verwaltung übergeben.

Inzwischen werden erste zentrale Projekte der Ortskernsanierung (u.a. Sanierung der Zehntscheuer und der Alten Post) umgesetzt. Darüber hinaus wurde auf der Grundlage des gesamtstädtischen Entwicklungskonzepts und einer ergänzenden ortsteilbezogenen Bestandsaufnahme ein Antrag zur Aufnahme des Ortsteils Füramoos in das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) im Programmjahr 2017 gestellt, der bewilligt wurde.

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