
Backnang: Stadterneuerung in der „Süddeutschen -Gerberstadt“
Die reiche Geschichte der Stadt Backnang im Rems-Murr-Kreis spiegelt sich bis heute im Stadtbild wider. Der Burgberg und die Stiftskirche sind die historische Keimzelle der ehemals badischen Stadt, die auch als Industriestadt eine lange Tradition hat. Mit Gründung der „Oberen Spinnerei“ begann bereits 1832 die Industrialisierung und in der „Süddeutschen Gerberstadt“ war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Lederindustrie prägend. Die Stadterneuerung umfasst deshalb alle Facetten von der Erhaltung und Aufwertung der historischen Innenstadt mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden bis zur Reaktivierung von Industriedenkmalen und Brachflächen. Leitlinie ist eine nachhaltige Innenentwicklung zur Aktivierung der Potenziale des Mittelzentrums.

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Hoch über der Murr auf dem Burgberg erhebt sich der Stiftshof, der als „Urzelle“ von Backnang gilt. Der Bereich des Stiftshofes wurde als Sitz der Markgrafen von Baden im 12./13. Jh. und als Stift der Augustiner Chorherren genutzt. Die Sachgesamtheit Stiftshof ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung und wurde in den letzten Jahren umfassend erneuert. Nach der Neugestaltung ist an prominenter Stelle eine multifunktionale Fläche mit sozialkommunikativen Bereichen von hoher Qualität entstanden. Die bauliche Integration des technischen Rathauses auf dem Platz des ehemaligen Landjägerhauses ergänzt das Denkmalensemble von Stiftskirche, ehemaligem Schloss und Dekanat in gelungener Weise.
Einen weiteren wichtigen Baustein der Stadterneuerung bildet das Quartier „Schweizerbau/Bleichwiese“ an der Murr in einem Randbereich der Innenstadt.
Mit dominierender Wirkung ist die Bleichwiese derzeit noch ein großer, ungeordneter und asphaltierter Parkplatz mit einer wenig einladenden Fußgängerunterführung. Durch die Um-gestaltung entsprechend dem Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs sollen mehr Aufenthaltsqualität unter Einbeziehung des Murrufers und ein attraktives Bindeglied zweier Stadtquartiere geschaffen werden.
An der Annonaystraße, die ebenfalls umgestaltet werden soll, liegt der „Schweizerbau“. Hier handelt es sich um ein ehemals industriell genutztes städtebaulich prägnantes rd. 210 m langes Gebäude. Das Gesamtgebäude ist als denkmalwürdig einzustufen. Durch unterschiedlichste Nutzungen ist das Gebäude in den letzten Jahrzehnten umfangreich und kleinteilig verändert worden. Die Fassaden sind mit Anbauten, Verblendungen und Werbung verunstaltet. Ein Investor beabsichtigt den gesamten „Schweizer-bau“ zu sanieren und umzubauen. Neben Geschäften, Dienstleistungen und Parkplätzen sind auch Wohnungen vorgesehen.
Auf der Grundlage einer Rahmenplanung hat die Stadt für die Sanierungsschwerpunkte „Im Biegel“, „Stiftshof“ und aktuell „Bleichwiese“ städtebauliche Wettbewerbe durchgeführt.
Städtebauliche Erneuerung ist vor allem Projektentwicklung und Abstimmung von vielen Einzelmaßnahmen mit Behörden, Planern und Bauherren und Grundstücksnachbarn. Die KE hat die Stadt Backnang von Anfang an in vielfältiger Art und Weise bei der Stadterneuerung beraten und dabei begleitet, die Erneuerung von Einzelquartieren zu einer Gesamtentwicklung zusammenzuführen.
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